Profil in der Forschung – Verletzbare Moderne?

Die Forschung am Institut für Soziologie ruht auf einer Tradition, in der gesellschaftliche Zustände und der Wandel sozialer Verhältnisse am Beispiel der Familie, des Bildungssystems und des Arbeitsmarkts untersucht wurden. Diese Forschungsperspektiven sind im Laufe der Zeit vertieft, spezialisiert und – durch den Wandel der gesellschaftlichen Verhältnisse bedingt – mit neuen Akzentsetzungen und Erweiterungen versehen worden. Heute lassen sich die Forschungsperspektiven der Soziologen am Institut mit der folgenden Fragestellung verbinden: „Verletzbare Moderne – oder: wie lässt sich beschreiben und erklären, wann moderne Gesellschaften wie gefährdet sind?“ Diese Verletzbarkeit wird am Institut unter fünf Gesichtspunkten untersucht: Generationen, soziale Verhältnisse, Bildung, Wirtschaft und Umwelt. Sie entsprechen den fünf Bereichen, die am Institut vertreten sind, nämlich:

  1. Sozialstruktur moderner Gesellschaften: Wie verändert sich die demographische Reproduktion der Gesellschaft und welche Folgen hat der Generationswandel auf die Laufbahn der sozialen Akteure und auf die wichtigen Sozialisationsinstanzen der modernen Gesellschaften wie die Familie, die Bildung, die Arbeit?
  2. Methoden der empirischen Sozialforschung: Welche sind die Determinanden des strukturellen Wandels der modernen Gesellschaften? Wie können sie in der Zeit und in vergleichender Perspektive sowohl quantitativ als auch qualitativ beschrieben und im Rahmen von Messinstrumenten benutzt werden?
  3. Soziologische Theorie: Wie verhalten sich und verändern sich die kulturellen Eigenschaften der Verpflichtung und der Gegenseitigkeit in unseren sozialen Verhältnissen? Welche sind die Elemente, die diese Veränderungen bedingen? Welche Folgen hat es für das Verhältnis der sozialen Akteure aufeinander und auf die Sozialisationsinstanzen der modernen Gesellschaften?
  4. Soziologie der Bildung: Wie verhält sich das Hochschulwesen im Ausbildungssystem der modernen Gesellschaften und was bedeutet die Expansion von Hochschulen in unseren Gesellschaften? Welche sind die Folgen von dieser Expansion für die sozialen Akteure, das Ausbildungssystem und die Gesellschaft?
  5. Wirtschafts- und Organisationssoziologie: Welche Beziehungen zwischen wirtschaftlichen Akteuren, sozial-politischen Institutionen und einzelnen Akteuren in einer Gesellschaft sind bedroht durch Ereignisse wie die Finanzkrise oder Umwelt- und Naturzerstörungen?

Anhand dieser Fragestellung entwickeln die Mitglieder des Institutes Beschreibungen und Analysen von zwei miteinander verbundenen Phänomenen: der Entwicklung von neuen Sozialitätsformen einerseits und von verschärften sozialen Ungleichheiten andererseits. Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedingungen der zeitgenössischen sozialen Ordnung moderner Gesellschaften in einer Zeit zu verstehen, in der die Bedeutung dieser Ordnung tief und transversal verändert wird. Welche sind dann die Risiken und die Chancen, die diese Entwicklungen erzeugen?

Das Forschungsprofil des Instituts für Soziologie bietet Akzent setzende Perspektiven für den Forschungsschwerpunkt „Gesellschaft und Kultur in Bewegung“ und den sich entwickelnden Bereich „Wissen – Kommunikation – Bildung“. Neben der im Vordergrund stehenden Grundlagenforschung werden die in dieser Forschungslinie gegebenen Elemente angewandter Sozialforschung in ihrer Relevanz für die Region vertieft.

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