Studium in Halle

Halle ist als Studienort und als Wohnort freilich erst noch zu entdecken. Die Stadt wird immer noch als reiner Industriestandort mit hohen Umweltbelastungen identifiziert. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Aber spätestens seit Ogburn wissen wir, dass materielle Kultur sich schneller umsetzt als das Wissen darüber. In der Tat, die Stadt steckt voller angenehmer Überraschungen. Die Besucher des ersten nach der Wende in Ostdeutschland durchgeführten Kongresses für Soziologie, der in Halle im Jahre 1995 stattfand, haben es bestätigt.

Zwei Burgen liegen (fußläufig zum Campus) in dieser Stadt – eine romantischer als die andere. Auf Burg Giebichenstein – hoch über der Saale – hat Karl Fischer, eine der Zentralfiguren der Jugendbewegung, die Klampfe geschlagen. Und Eichendorff sah hier – ein klassischer Treffpunkt in der Romantik (um den Musiker Reichardt) – „nimmer die Welt so schön“. Und wer weiß schon, über die engere Region und über einen Expertenkreis hinaus, dass Halle aufgrund der Tatsache, dass es im Kriege kaum zerstört worden ist, einen Schatz ohnegleichen birgt, nämlich großflächige Areale mit Bürgerhäusern des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die jetzt in ihrer alten Prächtigkeit nach und nach wieder erstehen?

Die Universität – eingebettet in eine geschichts- und kulturträchtige Landschaft (Straße der Romanik!) – feierte 1994 in ihrem Hallenser Zweig ihr 300-jähriges Jubiläum und beging im Jahre 2002 in ihrem Wittenberger Zweig ihr 500-jähriges. Entsprechend sind die Traditionen. Erinnert sei nur an die überragenden Gestalten der Frühaufklärung Thomasius und Wolff und an den bedeutenden Pietisten und Pädagogen August Hermann Francke.

Von einem weiteren Schatz gilt es zu berichten. Der Campus und die Zentralgebäude, Gebäude deren Entstehungszeit von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts reicht, liegen im Zentrum der Stadt, keine fünf Minuten zum Rathaus und dem Marktplatz mit den charakteristischen fünf Türmen entfernt, die zumindest der Lyonel Feininger-Liebhaber (1, 2) kennt. Kohlezeichnungen und Gemälde von ihm kann er in der fünf Minuten entfernten Galerie Moritzburg bewundern.

Halle, eine Stadt, in der sich mittlerweile nicht nur gut studieren, sondern auch gut leben läßt.

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